Neues Jahrtausend

Die Mode in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts
Die Modestile des beginnenden 21. Jahrhunderts grenzten sich nicht mehr klar gegeneinander ab. Trotzdem weist gerade der Einfluss vieler Modeströmungen auf große Experimentierfreude hin. In die Mode des neuen Jahrtausends flossen Elemente aus mehreren Jahrhunderten ein. Stilmix war jetzt ebenso angesagt wie die strenge Orientierung an einer Linie. So gab es in der Ersten Dekade des neuen Jahrtausends für jeden Charakter unzählige Möglichkeiten des modischen Ausdrucks. Diese Freiheit erlaubte es, sich immer wieder neu zu erfinden, sofern Bedarf vorhanden war. Nicht selten wurden nun auch Subkulturen zum Modetrend. Auch längst vergessen geglaubte Stile wie Marine- und Military-Look holten die Modemacher der „Nullerjahre“ wieder aus der Schublade. Egal ob Make-up oder Kleidung, die Farbpalette dieses Jahrzehnts weist alle Farben des Regenbogens auf, die auch in Nudetönen und Pastell zum Tragen kommen.

Alte Trends mit neuer Aura – zum Beispiel Jeans
Zu den alten, neu aufgelegten Trends gehören zweifellos Jeans. Die lässigen Hosen waren stets wichtiger Bestandteil der femininen und maskulinen Garderobe und wurden vielseitig gestaltet. Jeansröcke hatten in den 2.000er Jahren ebenso Hochkonjunktur wie kurze Kleider, die Frauen über der Jeans trugen. Auch die Leggins aus den 80ern wurden wieder salonfähig. Hüfthosen und Röhrenjeans waren zwar nicht für jede Figur geeignet, doch daran störte sich niemand. Die Neigung, alte Stile neu zu interpretieren, zeigte sich auch darin, dass die Blumen- und Batikmuster der Hippiezeit nun mit Leggins und Neonfarben kombiniert wurden. Die Lust auf knallige Farben war auch am Make-up erkennbar. Kräftige, leuchtende Lidschatten und Lippenstifte waren überall zu sehen.

Männermode der 2.000er Jahre - der androgyne Männertyp wird modern
Auch wenn die geschlechtsspezifische Mode an Bedeutung verlor und die Trennlinie zwischen den Geschlechtern stärker verschwamm, gab es nach wie vor typisch maskuline und feminine Garderobe. In der Männermode der frühen 2.000er Jahre war die Jeans unverzichtbar, kam aber in gepflegter Form daher. Nieten und zerschlissene Bereiche, die noch kurz vorher als hip galten, waren nun verpönt, da sie mit der Gay Szene in Verbindung gebracht wurden. Edeljeans zum gut sitzenden Jackett wurden zu einem lange andauernden Trend. Der moderne Dandy war geboren. Er wird auch als metrosexueller Männertyp bezeichnet. Dieser Typus ist modebewusst, körperbetont und hat Spaß am Genuss. Hochwertige Modelabel, häufige Friseurbesuche und Schmuck gehören für ihn ebenso zur Selbstinszenierung wie ein insgesamt teurer Lebensstil. Es versteht sich von selbst, dass nicht jeder Mann diesen Trend mitmachen konnte.

Die beliebtesten Accessoires des Jahrzehnts
Da in den vorangegangenen Jahrzehnten schon alle Modeströmungen aufgegriffen worden waren, musste man zu Kniffen greifen, um neue Trends zu kreieren. So avancierten Mp3-Player & Co. zu stylishen Accessoires, die sich mit jedem Outfit kombinieren ließen. Plötzlich waren überall technische Gadgets zu sehen, die Frauen und Männer wie Handtaschen trugen. Manche Designer gingen sogar so weit, dass sie Minicomputer direkt in die Kleidung einnähten. Natürlich trug man auch konventionelle Taschen und Gürtel. Die wurden häufig mit Applikationen verziert. Schmale Kettengürtel vervollständigten den kontrastreichen Jeanslook mit Corsage, Nietengürtel und Palästinensertuch waren bevorzugte Accessoires der Teens.

Kunterbunte Styles, sexy und freizügig präsentiert
Was bei Madonna in den 80ern noch für Aufruhr sorgte, erregte nun kaum noch Aufsehen. Frei nach dem Motto „erlaubt ist, was gefällt“ trugen Frauen das sexy Korsett sogar als Oberteil. Erotische Kleidung war nicht mehr allein dem Abend vorbehalten. Die Unterwäsche verführte mit gewagten Schnitten und durchsichtigen Stoffen. Nahezu jeden Ausschnitt zierte ein Spitzenbesatz. Auch Kleider, die wie Unterkleider aussahen, waren populär. Der String-Tanga hatte Hochkonjunktur. Auch wenn es wie zufällig aussah, sollte das Nichts von Stoff ganz bewusst unter der Jeans hervorblitzen. Die 2.000er Jahre waren auch die große Zeit des Labels Victorias Secret, das mit sehr knappen Schnitten und verführerischer Spitze punktete. Korsett und Corsage aus raffinierten Materialien waren die Trendsetter, die zahlreiche Nachahmer fanden. Zum Boudoir-Look, der diesem Jahrzehnt seinen Stempel aufgedrückt hat, zählten die tief sitzende Jeans, die den Bauchnabel entblößte, und der asymmetrische Rock, den Frau gerne mit einem Corsagentop kombinierte. Ähnlich en vogue waren durchsichtige Tops, unter denen der BH durchschien. Dementsprechend hochwertig musste die Wäsche aussehen. Spitzenbesatz oder komplett aus Spitze, Hauptsache, man sah sie. Mit Bustierkleidern wurde aus dem sexy Unterwäschelook sogleich ein Abendoutfit. Auch Gürtel blieben nicht vom Unterwäschetrend verschont und wurden zu Korsettgürteln. Durchsichtige BH-Träger kamen auf, gerieten aber bald wieder in Vergessenheit, da man sie trotz allem sofort sah.

Schuhtrends zwischen 2000 und 2009
Auch die Schuhmode Anfang des neuen Jahrtausends war vielseitig. Jetzt erlebten Clogs eine neue Blütezeit. Einst als reiner Arbeitsschuh gedacht wurde der Clog laufstegfähig. Ob gefüttert oder luftig, bis heute sind diese Schuhe modern. Weitere Schuhtrends waren Stiefel mit Schaffell und Highheels in allen Variationen. Die kuscheligen Boots traten bald den Siegeszug über den gesamten Erdball an und werden auch heute noch das ganze Jahr getragen.
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